Weiterbildungsstudie 2026

KI-Kompetenzen werden zum Karrierefaktor – doch Weiterbildung braucht mehr als Technologie

Unternehmen erwarten neue digitale Fähigkeiten, während Beschäftigte vor allem fachliche Sicherheit, Kommunikation und persönliche Begleitung suchen. Was die aktuellen Zahlen für Fachkräfte und Arbeitgeber bedeuten.

LÜSTRA Bildungsinstitut · 20. September 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten

Künstliche Intelligenz verändert Arbeitsabläufe, Berufsbilder und Kompetenzprofile in immer kürzeren Abständen. Die neue Weiterbildungsstudie 2026 der Bitkom Akademie zeigt dabei ein klares Bild: Unternehmen und Beschäftigte erkennen die Bedeutung beruflicher Weiterbildung – bei der praktischen Umsetzung besteht jedoch weiterhin eine große Lücke.

79 %

der Unternehmensleitungen sehen KI-Kompetenzen als zunehmend wichtig an.

21 %

der Beschäftigten werden von ihrer Führungskraft aktiv auf Weiterbildung angesprochen.

84 %

würden für ihre nächste Weiterbildung menschliche Expertinnen oder Experten wählen.

Weiterbildung ist entscheidend – aber noch nicht fest im Arbeitsalltag verankert

Laut Studie betrachten 82 Prozent der befragten Unternehmensleitungen Weiterbildung als zentralen Hebel für die Transformation. Gleichzeitig sehen 85 Prozent der Berufstätigen kontinuierliches Lernen als festen Bestandteil ihrer Arbeit.

Die Bereitschaft ist also auf beiden Seiten vorhanden. Dennoch berichten viele Beschäftigte, dass Zeit, klare Angebote und aktive Unterstützung fehlen. Nur 24 Prozent geben an, über Arbeitszeitregelungen zu verfügen, die Weiterbildungszeiten berücksichtigen. Genau hier entsteht die entscheidende Herausforderung: Weiterbildung darf nicht lediglich als gute Absicht in einer Unternehmensstrategie stehen – sie muss zugänglich, planbar und anwendbar sein.

Die Zukunft gehört nicht allein den Menschen, die KI nutzen. Sie gehört denjenigen, die neue Technologie mit belastbarem Fachwissen, Erfahrung und verantwortungsvollen Entscheidungen verbinden.

Unternehmen und Beschäftigte setzen unterschiedliche Schwerpunkte

Die Studie macht außerdem sichtbar, dass beide Seiten Weiterbildung unterschiedlich bewerten. Unternehmensleitungen setzen besonders auf KI-Kompetenzen und Veränderungsfähigkeit. Beschäftigte nennen dagegen Kommunikation, Selbstorganisation und fachliche Expertise als besonders wichtige Lernfelder.

Was Unternehmen benötigen

KI-Kompetenz, Veränderungsfähigkeit, effizientere Prozesse und Mitarbeitende, die digitale Werkzeuge sinnvoll einsetzen können.

Was Beschäftigte benötigen

Fachliche Sicherheit, verständliche Lernwege, Kommunikation, Selbstorganisation und Unterstützung durch erfahrene Lehrkräfte.

Erfolgreiche Weiterbildung muss deshalb beides zusammenbringen: die Anforderungen des Arbeitsmarktes und die tatsächlichen Lernbedürfnisse der Menschen. Eine reine Einführung in einzelne KI-Werkzeuge reicht dafür nicht aus.

Warum menschliche Begleitung trotz KI wichtig bleibt

Viele Berufstätige nutzen KI bereits zum Lernen. Gleichzeitig zweifelt laut Studie die Hälfte derjenigen, die KI dafür eingesetzt haben, an der Richtigkeit der erhaltenen Antworten. Zudem sehen 71 Prozent die Gefahr, mit KI lediglich einzelne Probleme zu lösen, ohne selbst dauerhaft neue Kompetenzen aufzubauen.

Das erklärt, warum 84 Prozent für ihre nächste Weiterbildung weiterhin eine menschliche Expertin oder einen menschlichen Experten bevorzugen. Besonders in technischen Bereichen wie Konstruktion, Simulation oder Produktentwicklung reicht eine automatisch erzeugte Antwort nicht aus. Fachkräfte müssen Ergebnisse bewerten, Fehler erkennen, technische Zusammenhänge verstehen und Entscheidungen begründen können.

Technische Fachkompetenz und KI sinnvoll verbinden

Für Ingenieurinnen, Ingenieure und technische Fachkräfte liegt die Chance daher in der Verbindung aus digitaler Kompetenz und anwendbarem Fachwissen. Moderne Unternehmen suchen nicht nur Personen, die KI bedienen können. Sie benötigen Mitarbeitende, die ihre Branche verstehen und neue Werkzeuge auf konkrete Aufgaben übertragen.

  • CAD-Kompetenzen für Konstruktion und Produktentwicklung, beispielsweise mit Creo Parametric, SolidWorks oder Autodesk Inventor
  • FEM-Kenntnisse für Berechnung und Simulation mit ANSYS
  • KI-Kompetenzen für effizientere technische und organisatorische Prozesse
  • Führung und Kommunikation für die erfolgreiche Umsetzung von Veränderungsprojekten

Gerade Beschäftigte aus Branchen im Strukturwandel können durch eine gezielte Qualifizierung vorhandene Berufserfahrung mit neuen Werkzeugen ergänzen. Das schafft bessere Voraussetzungen für einen beruflichen Wiedereinstieg, einen Arbeitsplatzwechsel oder die Übernahme neuer Aufgaben im Unternehmen.

Was bedeutet das für die persönliche Karriere?

38 Prozent der befragten Berufstätigen zwischen 16 und 29 Jahren befürchten, im eigenen Beruf durch KI ersetzt zu werden. Diese Sorge ist nachvollziehbar – sie sollte jedoch nicht zu Stillstand führen. Wer versteht, wie KI eingesetzt wird, ihre Ergebnisse kritisch prüfen kann und gleichzeitig über gefragtes Fachwissen verfügt, verbessert die eigene Position auf dem Arbeitsmarkt.

Entscheidend ist deshalb nicht, jeder neuen Technologie unkritisch zu folgen. Viel wichtiger ist es, ein tragfähiges Kompetenzprofil aufzubauen: fachlich fundiert, digital anschlussfähig und unmittelbar in der beruflichen Praxis einsetzbar.

Praxisnahe Weiterbildung beim LÜSTRA Bildungsinstitut

Das LÜSTRA Bildungsinstitut verbindet technische Weiterbildung mit persönlicher Begleitung und einer klaren Orientierung am Arbeitsmarkt. Unsere Angebote richten sich insbesondere an Ingenieurinnen und Ingenieure, Konstrukteurinnen und Konstrukteure sowie technische Fachkräfte, die ihre beruflichen Perspektiven gezielt erweitern möchten.

Dazu zählen Weiterbildungen in den Bereichen CAD, FEM mit ANSYS, künstliche Intelligenz und Führung. Im Mittelpunkt steht nicht das bloße Kennenlernen einer Software, sondern der Aufbau von Kompetenzen, die sich in realistischen beruflichen Aufgaben anwenden lassen.

Welche Weiterbildung passt zu Ihrem beruflichen Ziel?

Wir beraten Sie persönlich zu geeigneten Kursen, Einstiegsterminen und möglichen Förderungen – unter anderem über einen Bildungsgutschein.

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Quelle: Bitkom Akademie, „Weiterbildungsstudie 2026: Strategischer Anspruch trifft betriebliche Wirklichkeit“, veröffentlicht am 17. September 2026. Grundlage sind Onlinebefragungen von 84 Unternehmensleitungen und 1.275 Berufstätigen in Deutschland. Die Erhebung ist laut Herausgeber nicht repräsentativ, vermittelt jedoch ein aktuelles Stimmungsbild. Zur Originalmeldung

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